Das suspekte Geschäft mit den Schulden.
Von Diana Seiler · Lesezeit ca. 6 Min.
Stell dir kurz vor: Du hast einen Brief im Briefkasten. Mahnung. Inkasso. Vielleicht sogar eine angedrohte Pfändung. Du suchst online nach Hilfe und landest auf einer freundlich gestalteten Seite, die verspricht, das Problem in wenigen Klicks zu lösen.
Was du in dem Moment nicht weißt: Genau dieser Augenblick der Verzweiflungist das eigentliche Produkt. Nicht du bist der Kunde. Du bist der Umsatz.
Wer in Not ist, klickt schneller
Menschen unter finanziellem Druck treffen Entscheidungen einfach anders. Das ist keine Schwäche, das ist Biologie. Und genau auf dieses Verhalten ist meiner Meinung nach das komplette Funnel-Design der Plattformen rund um Simplyright zugeschnitten.
Wer gerade kein Geld hat, soll ausgerechnet ein kostenpflichtiges Aboabschließen, um Hilfe zu bekommen. Wie zynisch ist das bitte?
Vom Einmal-Klick zum Dauer-Auftrag
Auf dem Papier wirkt das wie eine simple Dienstleistung: Formular ausfüllen, abschicken, Problem gelöst. In der Realität ist das Kleingedruckte nach meiner Erfahrung so geschickt gestaltet, dass aus „einmal Hilfe“ ganz schnell 12 oder 24 Monate Vertrag werden.
- Vorausgewählte Häkchen, die ein Abo aktivieren.
- Unklare Preisangaben kurz vor dem Bestell-Button.
- Kündigungen, die plötzlich selbst schwer zu kündigen sind.
Und wer verdient daran?
Hinter der bunten Markenfassade stehen nach allem, was ich gelesen habe, drei Brüder, die mit diesem Modell offenbar sehr, sehr viel Geld verdient haben. Verteilt über mehrere Marken, damit man das Gesamtbild nicht so leicht erkennt.
Bevor du irgendwo „Jetzt kostenpflichtig bestellen“ klickst, atme einmal kurz durch. Schau, was die Verbraucherzentrale dazu sagt. Frag einen echten Menschen. Schulden verschwinden nicht durch ein Abo. Das Abo bleibt aber.
Diana