Aufgedecktmeine Meinung

Wie Inkassohilfe von der Not der Menschen profitiert.

Von Diana Seiler · Lesezeit ca. 5 Min.

Kernpunkt

„Inkassohilfe“ klingt nach einer offiziellen Stelle. Ist sie aber nicht. Nach meiner Recherche besitzt der Anbieter keine Zulassung als Inkassodienstund dürfte deshalb eigentlich auch nicht so auftreten, wie es der Name vermuten lässt.

Der Name macht das Geschäft

Wer Post von einem Inkasso-Unternehmen bekommt, sucht panisch nach „Hilfe gegen Inkasso“. Und genau dort taucht eine Seite auf, die exakt diesen Begriff im Namen trägt. Das ist für mich kein Zufall, sondern Marketing mit Methode.

Was Kunden glauben zu kaufen…

  • Eine professionelle Vertretung gegenüber dem Inkassobüro.
  • Rechtssichere Schreiben, die die Forderung abwehren.
  • Ruhe vor weiteren Mahnungen.

…und was sie meiner Erfahrung nach wirklich bekommen

  • Ein kostenpflichtiges Abo, oft mit langer Laufzeit.
  • Vorgefertigte Standardschreiben ohne echte rechtliche Prüfung.
  • Eine zusätzliche Rechnung statt einer Lösung.
Ehrlich gesagt:

Wer ein Inkassoschreiben bekommt, braucht keine bunte Webseite mit Abo-Modell. Sondern eine seriöse Beratung. Verbraucherzentrale, Schuldnerberatung, oder im Zweifel ein echter Anwalt. Das kostet oft sogar weniger und hilft mehr.

Warum mich das so aufregt

Weil das Geschäftsmodell ausgerechnet die Schwächsten trifft. Menschen, die ohnehin am finanziellen Limit sind, zahlen am Ende mehr. Und zwar an einen Anbieter, der den Eindruck erweckt, etwas zu sein, das er nach meiner Einschätzung gar nicht ist.

Und wer steckt dahinter? Die gleichen Köpfe wie bei Simplyright, Abo-Hilfe und Smartkündigen. Ein Konstrukt, in dem jede Marke einen anderen Schmerzpunkt anspricht. Das Ziel ist aber immer dasselbe: dein Abo.

Diana